Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Stadtplanung und Landschaftsarchitektur
Stadt Bielefeld
3. Preis mit Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner
05/2026
Landschaftspark „STARKE RÄNDER - OFFENE HEIDE“
Der Grünzug an der Kammerratsheide ist Teil des übergeordneten Grüngürtels der Stadt Bielefeld und Umgebung und übernimmt eine zentrale Funktion als landschaftliche Verbindung zwischen den Heeper Fichten und dem Obersee beziehungsweise dem Johannisbachtal. Gleichzeitig bildet die Fläche an der Kammerratsheide den räumlichen Engpass im gesamtstädtischen Grünnetz. Ziel des Entwurfs ist es, diese Engstelle zu überwinden, die vorhandenen landschaftlichen Qualitäten zu stärken und den Freiraum als durchgängigen, identitätsstiftenden Landschaftspark zu entwickeln.
Die Leitidee des Landschaftsparks basiert auf dem bewussten Erhalt und der Weiterentwicklung des bestehenden Landschaftscharakters. Die offene Wiesenlandschaft bleibt in ihrer Großzügigkeit erhalten und wird durch präzise gesetzte Bäume, Feldhecken und ergänzende Pflanzstrukturen, wie Wildblumenwiesen räumlich gefasst. So entsteht ein klares, robustes Freiraumgerüst aus einer weiten, nutzungsoffenen Mitte und einer intensiver gestalteten „Parkschale“. Während die Parkmitte als extensive Wiesenlandschaft mit locker eingestreuten Gehölzen vielfältige, teilweise bereits bestehende informelle Nutzungen ermöglicht und auch künftig landwirtschaftlich nutzbar bleibt, übernimmt die Parkschale mit dichteren Baumpflanzungen, Aufenthaltsangeboten und Bewegungsräumen die aktivierenden Funktionen. Auch die Kleingartenanlage sowie das Grabeland werden an die Parkränder verlagert, an die Hauptwege angebunden und dadurch zugänglich gemacht.
Der neue Landschaftspark transformiert die heutige Pufferzone zwischen Gewerbe im Westen und Wohnen im Osten in einen verbindenden Stadtraum. Bestehende Gebäude bleiben, wo möglich, erhalten und erscheinen künftig wie Inseln in der offenen Parklandschaft. Die Ränder des Parks werden durch gezielte Aufforstungen und Verdichtungen gestärkt. Hier entstehen differenzierte Übergangszonen zu den angrenzenden Quartieren, die sowohl ökologisch wirksam als auch räumlich klar ablesbar sind. Ergänzende Nutzungen wie Fitnessangebote, Trimm-Dich-Stationen oder Aufenthaltsbereiche sind bewusst in diesen dichteren Randbereichen verortet, sodass die offene Mitte weitgehend frei und flexibel bespielbar bleibt und als zusammenhängende Freiraumstruktur wahrgenommen wird.