Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen
Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Architekt Alexander Beck
2025
Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo)
ca. 1,4 ha
Klimawandel ist kein abstraktes Zukunftsszenario – er ist am ev. Schulcampus am Firstwald in Mössingen bei Tübingen längst Alltag.
Aufgeheizte Klassenzimmer, ein stark versiegeltes Gebäudeumfeld, ein fast baumloser Pausenhof, der oft schon vormittags nicht mehr nutzbar ist – dazu staubige, ausgetrocknete Aufenthaltsflächen. Erste punktuelle Maßnahmen zeigen bislang kaum Wirkung. Lediglich am Rand des Geländes laden noch naturnahe Flächen zum freien Spielen ein. Rund 1.000 Menschen lernen und arbeiten hier täglich – etwa 70 % von ihnen gehören zu besonders hitzevulnerablen Gruppen.
Zu Beginn des Prozesses sind ausgewählte Vertreter:innen der vielfältigen Akteurslandschaft eingeladen, in einem Workshop mitzudenken und mitzugestalten.
Wo sind die hitzebelasteten Bereiche? Wo trocknen Flächen besonders schnell aus? Wo staut sich bei Starkregen das Wasser? Was funktioniert schon gut – und was braucht es noch?
In einem „Mapping for Real“-Prozess entwickeln die Menschen, die den Campus täglich nutzen, direkt im Lageplan erste räumliche Lösungsansätze.
Grün-blaue, graue und systemische Klimaanpassungsmaßnahmen
Der Schulcampus wird anschließend in funktionale Einheiten unterteilt. Steckbriefe fassen die gesammelten Ergebnisse und Erkenntnisse anschaulich zusammen.
Herzstück des Prozesses sind die daraus entwickelten Klimaanpassungsmaßnahmen – mit Fokus auf naturbasierten Lösungen. Baulich-technische Maßnahmen werden zusätzlich im Rahmen einer Nachhaltigkeitsprüfung mit den Zielen der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie abgeglichen. Ergänzend werden systemische und organisatorische Maßnahmen formuliert – etwa ein Hitzeaktionsplan –, um sowohl präventiv als auch im akuten Belastungsfall wirksam reagieren zu können.
Die Vorentwurfsplanung und Kostenschätzung mit Ressourcen- und Meilensteinplan bereitet die Umsetzung vor.
Drei übergeordnete Prinzipien haben wir dabei gewählt:
Mit unserer Vorentwurfsplanung wird der zentrale Pausenhof zu einem klimaresilienten Freiraum mit angenehmem Mikroklima und vielfältigen Räumen für Aufenthalt und Bewegung. Eine kompakte, dichte Bepflanzung mit Zukunftsbäumen und Sträuchern schafft mehrstufige, waldartige Strukturen, die Verschattung, Verdunstungskühle und Biodiversität in die Fläche bringen. Die überwiegend naturbasierten Maßnahmen wirken sich dabei nicht nur auf die Freiräume selbst aus, sondern verbessern über das Gebäudeumfeld auch das Innenraumklima der angrenzenden Schulgebäude.
Zum Schutz vulnerabler Personengruppen stellt die Bundesregierung mit dem Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen" finanzielle Mittel bereit. Das BMUKN unterstützt dabei sowohl die Konzeption als auch die Umsetzung entsprechender Maßnahmen.
Die im Vorentwurf erarbeiteten Maßnahmenpakete sollen im Rahmen der Anschlussförderung nun umgesetzt werden.