Stadt Ulm
07/2019 - 07/2024
06/2023 - 10/2025
3.300 m² Dachflächen,
3.100 m² Erdgeschossniveau
Im Zuge der Sanierung der Friedrich-List-Schule in der Ulmer Innenstadt wurden die Außenanlagen einschließlich aller Pausen- und Aufenthaltsflächen umfassend neu gestaltet. Dabei entstanden auf drei Ebenen vielfältige Aufenthaltsbereiche, die den Schülerinnen und Schülern neue Möglichkeiten zum Verweilen und Begegnen bieten.
Die Außenanlagen gliedern sich in vier Bereiche, die überwiegend auf unterbauten Flächen im Erdgeschoss sowie auf Dachflächen im ersten und zweiten Obergeschoss angeordnet sind. Eine besondere Herausforderung stellten die geringen verfügbaren Aufbauhöhen sowie die begrenzten Traglasten dar, die durch das Bestandsgebäude und die darunterliegende Tiefgarage vorgegeben waren.
Der Innenhof dient zugleich als Lichthof und liegt zwischen dem 2015 neu gestalteten Kornhausplatz und dem Schulgebäude. Als Eingangsbereich der Schule bildet er eine wichtige Schnittstelle zwischen Stadtraum und Innenraum. Ein großzügiges Hochbeet ermöglicht hier die Pflanzung von Gehölzen und die Integration von Sitzkanten auf der ansonsten mit Gussasphalt befestigten und unterbauten Fläche mit nur sehr geringen Aufbauhöhen. Die Verwendung von Gussasphalt setzt sich in der Eingangshalle fort und schafft eine gestalterische Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.
Vom Innenhof gelangt man in den Schulhof, der durch eine großkronige Linde geprägt wird. Die nur teilweise unterbaute Hoffläche wurde gegenüber dem Bestand durch zusätzliche Pflanzflächen und Sitzkanten zu einem schattigen, durchgrünten Aufenthaltsbereich weiterentwickelt.
In Richtung Rosengasse ist der Schulhof an das öffentliche Wegenetz und damit an die zur Innenstadt orientierte Eingangsseite der Schule angebunden. Die unterschiedlichen Belagsmaterialien zonieren und prägen den Außenraum: Gussasphalt markiert die Pausenhofflächen, während Betonpflaster den Bezug zu den bestehenden Gehwegen der Rosengasse herstellt und die Schule gestalterisch mit dem Stadtraum verzahnt. Ergänzend gliedern Bänder aus Granitkleinpflaster die Pflasterflächen und greifen ein Material auf, das sich bereits auf dem Kornhausplatz und in der Rosengasse wiederfindet.
Entlang der Rosengasse wurde die Durchgrünung des Schulumfelds durch eine neue Baumreihe und ergänzende Fassadenbegrünungen deutlich erhöht. Die Fassadenbegrünung prägt heute maßgeblich das Erscheinungsbild der Schule und bildet insbesondere an der Südseite eine markante neue Visitenkarte des Gebäudes.
Für die Bewässerung der Pflanzflächen auf Dach- und unterbauten Flächen sowie der Fassadenbegrünungen wurde in der Tiefgarage eine 50 m³ große Zisterne installiert. Darüber hinaus wird das gesamte anfallende Oberflächen- und Dachflächenwasser in Retentionsboxen zurückgehalten und anschließend gedrosselt abgegeben. Dadurch wird das öffentliche Entwässerungssystem entlastet und gleichzeitig ein Beitrag zum Umgang mit zunehmenden Starkregenereignissen geleistet.
Auf der Dachfläche über der Turnhalle im 1. Obergeschoss wurde eine Sportfläche mit Ballfangzaun geschaffen. Die helle Farbgebung der Stahlbauteile verleiht der Anlage einen leichten und luftigen Charakter. Ergänzt wird die Sportfläche durch extensive und intensive Dachbegrünungen sowie integrierte Sitzkanten.
Die Dachflächen des 2. Obergeschosses umschließen das Gebäude auf drei Seiten. An der Südostecke mit Blick auf das Ulmer Münster und den Kornhausplatz entstand eine „Lounge“ als besonderer Aufenthaltsbereich. Eine begrünte Pergola, Hochbeete und intensive Dachbegrünungen schaffen hier einen geschützten und atmosphärischen Ort zum Aufenthalt. Sitz- und Liegeflächen laden die Schülerinnen und Schüler zum Treffen, Verweilen und Entspannen ein.
Weitere Dachbereiche wurden mit extensiven Begrünungen gestaltet. Die Dachfläche im 3. Obergeschoss kombiniert eine extensive Dachbegrünung mit einer Photovoltaikanlage und verbindet damit ökologische und energetische Aspekte.
Als einheitlicher Belag für die genutzten Dachflächen wurden helle Betonplatten mit gestrahlter Oberfläche eingesetzt. Die Einfassungen der Hochbeete und Sitzkanten bestehen aus hell pulverbeschichtetem Stahl, während für die Sitzauflagen Eichenholz verwendet wurde. Die Material- und Farbkomposition ist eng auf die neue Fassadengestaltung der Schule abgestimmt und schafft ein durchgängiges Gestaltungskonzept.
Eine integrierte Beleuchtung der Sitzkanten auf den Dachflächen sowie im Schul- und Innenhof sorgt auch in den Abendstunden und während der Wintermonate für eine einladende und angenehme Atmosphäre.